Dreierlei Mann aus der Küche

Der Pfannenwender

Meine Küche: Er. Es soll schnell etwas geben: Spinat mit Nudeln, dazu ein Spiegelei. Mein Wohnzimmer: Ich.
Nach 6 Minuten verzweifelt-versuchter Entspannung höre ich das Wasser kochen. Ich weiß, die Nudeln brauchen 9 Minuten. Ich mag sie all dente. Der Spinat müsste langsam auftauen. Junge, nimm etwas lauwarmes Nudelwasser, und träufle es drüber, dann geht es schneller. Sehr gut, ich höre Geräusche. Er ist in Action, es geht voran…. Entspann dich! Lass mal gut sein, er macht das schon. Das Wasser kocht. Gut, dass ich Hunger habe.
Kocht da Wasser über? Stell die Flamme ein bisschen kleiner! Naja, dann ist es wenigstens schnell fertig. 15 Minuten. Der Deckel klappert, jetzt gießt er bestimmt bald das Nudelwasser ab. Plitsch Platsch. Moment mal, das klingt hart. Es klingt wie etwas, das auf Wasser auftrifft. Nein, ist jetzt nicht wahr, oder? … Plitsch! Er schüttet jetzt erst die Nudeln ins Wasser?! Jede einzel? Zisch: Wasser auf der Platte. Das gehört in den Topf! Wenn das einbackt. Gedulde dich. Dann sind es jetzt noch 9 Minuten, denn alles andere ist ja bestimmt schon fertig. Ich rieche auch schon das heiße Öl in der Pfanne.„ Was machst Du denn so lange?“ rufe ich rüber.
„Nicht reinkommen!“ – „Ist ja gut“ rufe ich – in mich hineinschmunzelnd- zurück, „Aber was machst Du denn so lange?“ – „Dein Pfannenwender ist so toll. So einen hab ich noch nicht gesehen.“ „Was wendest Du denn?“ – „Nichts, aber ich hab den entdeckt und der ist echt toll.“
Nach geschlagenen 40(!) Minuten tischt er auf. Kalten Spinat mit Nudeln. Sie schmecken. Dazu zwei Spiegeleier, Standard. Ich will nicht undankbar sein, aber die Aussicht und die weise Voraussicht, wie nach solch langem Plitsch Platsch meine Küche aussehen könnte, machen mich ungezügelt. Ungezügelt plus hungrig. Ich krame den schönsten Ton meiner Stimme hervor. Es soll freundlich klingen „Warum hat das denn so lang gedauert?“ – „Ich habe versucht, die Spiegeleier in Herzform zu gießen.“
Blick runter auf den Teller.
Zwei Spiegeleier. Rund.
Ich, mit der freundlichsten Tonlagen, die ich finden kann „Aber sag doch was! Ich hab mal ein Herzförmchen geschenkt bekommen, das man dazu in die Pfanne legen kann.“
Ach übrigens:
Den Pfannenwender gibt’s für ’nen Euro beim dreibuchstabigen Discounter. Echtes weißes Hartplastik. Dessen Fan haben meine Freundinnen und ich übrigens „Ich glaub‘, ich ess‘ ihn gleich“ getauft. Eine kleine Anspielung auf eine meiner Lieblingsfolgen Spongebob. Den besten Brater, den es gibt.

Der Schaumschläger

Er bei mir. Er ist ein durchtrainierter Kraftsportler mit dicken Armen. Ernährungsbewusst soll es Quark mit Früchten, Zimt und Mandeln zum Abendessen geben.
1000g Magerquark: Ab in meine Riesenschüssel, Milch dazu. Rühren.
„Sag mal, hast du sowas wie ‘nen Schneebesen?“ – „Na klar! Da rechts in der Schublade, neben dem Pfannenwender.“

Der Eiscrusher

Wie bricht man das Eis?
Eine heute oft übliche Einladungen zum ersten Date lautet: „Wollen wir zusammen zu Ikea?“
Jungs, hier fehlt eine wichtige Information! Wie?
Wie kommen wir zu Ikea? Mit dem Fahrrad? Mit Eurem Luxusschlitten? Oder etwa mit der Straßenbahn?!?
Hier kann man Punkte sammeln oder direkt ins Minus krachen.

  • 1 Pluspunkt für „wir“
  • einen für „zusammen“
  • 5 Punkte für „zu“
  • 10 Punkte für nicht „nach“
  • minus 3 für die erste Verunsicherung: Meint der’s wirklich ernst?!?

Summa Summarum: Die Anmache ist topp!
Vor allem, wenn man im letzten Jahr seinem Pfannenwender gekündigt und seinen Schneebesen verschenkt hat. Getreu nach dem Motto: „Brauchst du noch was oder liebst du schon?“

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2 Kommentare

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